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Akupunktur bei Long Covid – Unterstützung aus Sicht der TCM

  • Autorenbild: Michèle Wächter
    Michèle Wächter
  • vor 2 Stunden
  • 5 Min. Lesezeit

„Ich bin seit meiner Covid-Infektion einfach nicht mehr dieselbe Person." Diesen Satz hören wir in unserer Praxis für TCM und Akupressur in Basel seit der Pandemie immer wieder. Die Infektion selbst ist oft längst überstanden – doch die Energie, die Klarheit im Kopf und die alte Belastbarkeit kehren einfach nicht zurück.

Aus Sicht der westlichen Medizin sind viele Untersuchungsergebnisse dabei unauffällig. Aus Sicht der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) erzählt der Körper jedoch eine andere Geschichte. In diesem Beitrag erfährst du, wie die TCM Long Covid energetisch einordnet, welche Rolle die Akupunktur dabei spielen kann – und wie sich diese Sichtweise sinnvoll in ein umfassenderes Therapiekonzept einfügt.

Akupunktur bei Long Covid Basel

Long Covid aus Sicht der TCM: Mehr als nur Erschöpfung

In der TCM wird Long Covid nicht als ein einzelnes Krankheitsbild verstanden, sondern als eine Verschiebung im energetischen Gleichgewicht des Körpers, die nach einer Infektion zurückbleiben kann. Typischerweise beobachten wir in der Praxis folgende Muster:

  • Qi-Mangel (Energiemangel): Anhaltende Erschöpfung, die sich auch durch Schlaf nicht bessert, Antriebslosigkeit, schnelle Ermüdbarkeit

  • Yin-Mangel: Innere Unruhe, nächtliches Schwitzen, Hitzegefühle, ein Gefühl von „ausgebrannt", aber gleichzeitig überreizt

  • Schwäche der Lungen-Energie: Atembeschwerden, das Gefühl „nicht richtig durchatmen" zu können, anfällige Atemwege

  • Schwäche von Milz-Qi: Verdauungsprobleme, Konzentrationsstörungen („Brain Fog"), Schweregefühl in den Gliedern

  • Nieren-Schwäche: Tiefe, grundlegende Erschöpfung, Kälteempfinden, Schwäche in Rücken und Knien

Diese Muster treten selten isoliert auf. In der Praxis sehen wir bei Long-Covid-Patientinnen und -Patienten häufig eine Kombination aus mehreren dieser Bilder – mit individuell unterschiedlicher Gewichtung. Genau deshalb beginnt jede Behandlung bei uns mit einer ausführlichen TCM-Anamnese, bevor wir einen Behandlungsplan erstellen.


Warum die TCM bei Long Covid eine sinnvolle Ergänzung sein kann

Long Covid stellt viele Betroffene vor ein frustrierendes Problem: Die schulmedizinischen Werte sind unauffällig, doch das Befinden ist es nicht. Die TCM kann hier eine andere, ergänzende Perspektive eröffnen, da sie nicht primär nach einer einzelnen messbaren Ursache sucht, sondern das energetische Gesamtmuster des Körpers betrachtet – Lunge, Milz und Niere stehen dabei besonders im Fokus, da diese Funktionskreise nach Infektionskrankheiten aus TCM-Sicht häufig geschwächt zurückbleiben.

Wichtig ist uns dabei: Die TCM versteht sich als Ergänzung, nicht als Ersatz für die ärztliche Abklärung. Bei anhaltenden oder unklaren Beschwerden empfehlen wir immer zusätzlich eine schulmedizinische Untersuchung.


Akupunktur bei Long Covid: Wie die Behandlung ansetzt

Die Akupunktur ist eine der zentralen Methoden der TCM und kommt bei Long Covid gezielt zum Einsatz, um die energetischen Ungleichgewichte anzugehen, die hinter den Symptomen vermutet werden.

In der Praxis arbeiten wir dabei unter anderem mit:

  • Punkten zur Stärkung des Qi, um die Grundenergie und Belastbarkeit zu unterstützen

  • Lungen- und Milz-Punkten, um Atmung, Energieaufnahme aus der Nahrung und Konzentration zu fördern

  • Nieren-Punkten, um die tieferliegenden Energiereserven zu adressieren

  • Beruhigenden Punkten, wenn ein Yin-Mangel mit innerer Unruhe oder Schlafstörungen im Vordergrund steht

Die Nadeln werden dabei sehr fein gesetzt und der Einstich wird von den meisten Patientinnen und Patienten als kaum spürbar oder angenehm beschrieben. Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 45 und 60 Minuten, wobei die Nadeln meist 20 bis 30 Minuten liegen bleiben, während du entspannt auf der Behandlungsliege liegst.


Warum Akupunktur bei Post-Exertional Malaise oft gut verträglich ist

Ein Aspekt, der bei Long Covid besonders relevant ist: Viele Betroffene leiden unter Post-Exertional Malaise (PEM) – einer Verschlechterung der Symptome nach körperlicher oder geistiger Anstrengung. Da die Akupunktur in vollkommener Ruhe und ohne aktive körperliche Beteiligung erfolgt, wird sie von vielen Patientinnen und Patienten mit PEM gut toleriert, anders als aktivere Therapieformen.


Wie eine Behandlung bei uns abläuft

Am Anfang steht immer eine ausführliche Anamnese: Wir erfragen deinen Verlauf seit der Covid-Infektion, deine aktuellen Beschwerden, deinen Schlaf, deine Verdauung und dein emotionales Befinden. Aus TCM-Sicht gehört dazu auch das Betrachten der Zunge und das Tasten des Pulses, um das individuelle energetische Muster zu erfassen.

Auf dieser Grundlage erstellen wir einen Behandlungsplan, der typischerweise eine Akupunktur-Grundserie über mehrere Wochen vorsieht. Long Covid ist energetisch selten mit einer einzigen Sitzung zu beeinflussen – wir empfehlen daher, die Behandlung als Prozess zu verstehen, bei dem wir die Punktauswahl laufend an deinen Fortschritt anpassen.


Akupressur und Tuina als ergänzende Selbsthilfe

Neben der Akupunktur kann auch die Akupressur – das Drücken statt Stechen derselben oder ähnlicher Energiepunkte – eine sanfte, ergänzende Rolle spielen. Sie ersetzt die Akupunktur-Behandlung nicht, kann aber zwischen den Sitzungen als Selbsthilfe-Werkzeug dienen, etwa um:

  • bei akuter Erschöpfung kurzfristig Unterstützung zu finden

  • die Wirkung der Akupunktur-Behandlung im Alltag zu verlängern

  • ein Gefühl von Selbstwirksamkeit im Umgang mit den eigenen Symptomen zu entwickeln

Auch eine Tuina-Massage kann ergänzend sinnvoll sein, insbesondere wenn neben der Erschöpfung auch muskuläre Verspannungen oder ein Gefühl der „Entkoppelung" vom eigenen Körper im Vordergrund stehen.


Wann eine Kombination mit weiteren Therapieformen sinnvoll ist

Long Covid betrifft praktisch immer mehrere Ebenen gleichzeitig – das energetische Bild der TCM ist deshalb oft nur ein Teil eines umfassenderen Behandlungskonzepts. In der Praxis sehen wir gute Erfahrungen, wenn die Akupunktur gezielt mit anderen Therapieformen kombiniert wird:

Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Therapie (IHHT): 

Während die Akupunktur auf der energetischen Ebene der TCM ansetzt, wirkt IHHT auf zellulärer Ebene direkt an der mitochondrialen Energieproduktion – einem der meistdiskutierten Erklärungsansätze für die anhaltende Erschöpfung bei Long Covid. Diese beiden Perspektiven schliessen sich nicht aus, sondern ergänzen sich: die westliche, zellbiologische Sicht der IHHT und die energetische Sicht der TCM. Wie diese Kombination konkret aussehen kann und was IHHT bei Long Covid bewirken soll, erklärt das Gesundheitszentrum Basel ausführlich in seinem Beitrag zur Long-Covid-Therapie in Basel.


Physiotherapie: Gerade bei Atembeschwerden und reduzierter Belastbarkeit kann gezieltes Pacing und Atemtraining sinnvoll ergänzen, um den Alltag schrittweise wieder belastbarer zu gestalten.

Welche Kombination für dich persönlich sinnvoll ist, besprechen wir individuell im Erstgespräch – Long Covid verläuft bei jeder Person anders, und entsprechend unterschiedlich sieht auch der energetische Weg zurück in die Balance aus.


Häufige Fragen zur Akupunktur bei Long Covid

Kann Akupunktur Long Covid heilen?

Nein – das wäre ein falsches Versprechen. Akupunktur kann aus TCM-Sicht dabei unterstützen, energetische Ungleichgewichte wie Qi- und Yin-Mangel auszugleichen, die mit den Symptomen von Long Covid in Verbindung gebracht werden. Sie ersetzt keine ärztliche Abklärung, sondern kann diese sinnvoll ergänzen.


Wie viele Sitzungen sind bei Long Covid in der Regel notwendig?

Das ist individuell sehr unterschiedlich und hängt vom energetischen Ausgangsmuster ab. Üblich ist eine Grundserie über mehrere Wochen mit regelmässigen Sitzungen, deren Frequenz wir gemeinsam mit dir an deinen Verlauf anpassen.


Tut Akupunktur weh?

Die feinen Akupunktur-Nadeln werden von den meisten Patientinnen und Patienten kaum oder als leichtes Ziehen wahrgenommen. Viele empfinden die Behandlung selbst als sehr entspannend.


Ist Akupunktur bei Post-Exertional Malaise (PEM) geeignet?

Da die Behandlung in völliger Ruhe ohne körperliche Anstrengung erfolgt, wird sie von vielen PEM-Betroffenen gut vertragen. Wir passen die Behandlung individuell an deine aktuelle Belastbarkeit an.


Übernimmt die Krankenkasse die Kosten für Akupunktur bei Long Covid?

Viele Zusatzversicherungen beteiligen sich im Rahmen von Komplementärmedizin-Leistungen an den Kosten. Wir empfehlen, dies vorab direkt mit deiner Krankenkasse zu klären.


Wo in Basel kann ich Akupunktur bei Long Covid in Anspruch nehmen?

In unserer Praxis an der Oetlingerstrasse 10, 4057 Basel, am Standort der Physiotherapie-Praxis PhysioBasel. Du kannst direkt online einen Termin buchen oder uns für ein unverbindliches Erstgespräch kontaktieren.


Bring dein inneres Gleichgewicht zurück

Du musst dich mit der anhaltenden Erschöpfung nicht abfinden, nur weil deine Werte „normal" sind. In unserer Praxis für TCM und Akupressur in Basel nehmen wir uns Zeit, dein energetisches Muster zu verstehen, und entwickeln gemeinsam mit dir einen Behandlungsplan, der bei den tatsächlichen Ungleichgewichten ansetzt.


Vereinbare jetzt dein unverbindliches Erstgespräch bei Akupressur Massage Basel.

 
 
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